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Samstag, 15. Dezember 2012

Der Hobbit - Eine unerwartete Reise

Deutscher Titel: Der Hobbit – Eine unerwartete Reise
Original Titel: The Hobbit: An Unexpected Journey

Genre: Fantsy

Erscheinungsjahr: 2012
Länge: ca. 169 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Peter Jackson
Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson, Guillermo del Toro
Musik: Howard Shore

Besetzung:
Martin Freeman (Bilbo Beutlin)
Ian McKellen (Gandalf der Graue)
Richard Armitage (Thorin Eichendschild)
Andy Serkis (Gollum)
Hugo Weaving (Elrond)



„Oh, wir wissen es!“


Nach dem weltweiten Erfolg der „Herr der Ringe“-Trilogie hat sich der neuseeländische Regisseur Peter Jackson (Der Herr der Ringe-Trilogie, King Kong (2005)) in den letzten Jahren der Vorgeschichte gewidmet.

Bilbo Beutlin, ein Hobbit aus dem Auenland, bekommt eines Tages unverhofft Besuch vom Zauberer Gandalf und 13 Zwergen im Gepäck. Alle stürmen die kleine Wohnhöhle Bilbos und feiern stundenlang, verschlingen alle Vorräte und trinken den guten Wein. Bilbo ist außer sich, doch keiner hört ihm zu. Als nach den Festlichkeiten etwas Ruhe einkehrt, besprechen die ungeladenen Gäste einen Plan zur Zurückeroberung des Zwergenreiches Erebor. Da wird dem immer noch fassungslosen Hobbit ein Angebot gemacht: Er soll der Gemeinschaft als Dieb und Spion beitreten. Damit ist der gewohnheitsliebende Bilbo überfordert. Stundenlang versucht er sich zu sammeln und überlegt. Schließlich lehnt er ab und zieht sich zurück. Am nächsten Morgen findet er seine Wohnung vollkommen sauber und aufgeräumt vor. Und das Beste: leer. Die wüste Gemeinschaft ist von dannen gezogen. Zuerst froh darüber wieder alleine zu sein, genießt Bilbo die wiedergewonnene Ruhe. Da findet er den Vertrag für die Reise und beginnt zu überlegen. Er fasst sich ein Herz, packt seine Sachen und versucht die Zwerge und den Zauberer einzuholen. Von da an geht es für den kleinen Hobbit aus dem Shire durch die weite Welt Mittelerdes. Nur langsam kann er das Vertrauen der Zwerge gewinnen und als Mitglied der Gemeinschaft akzeptiert werden. Da findet er in einer Höhle im Nebelgebirge einen goldenen Ring…

Das Epos um den bekanntesten Winzling der Fantasygeschichte beeindruckte tausende von Zuschauern. Nachdem Peter Jackson „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien gedreht hat, wagte er sich nun an die Vorgeschichte „Der Hobbit“. Wieder einmal werden wir in das Reich Mittelerdes geführt und erleben so manches Abenteuer. Im Gegensatz zum bisherigen Fantasywerk ist „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ wesentlich bunter, farbintensiver und vielfältiger gestaltet. Dies unterstützt den Stil des Romans, der als Kinderbuch gedacht war. Die schönen Landschaften, Städte, Gebirge aber auch die dunklen Höhlen wirken prachtvoll und weniger bedrückend als in „Der Herr der Ringe“. Peter Jackson packt aber noch eine Schippe drauf: „Der Hobbit“ ist der erste Film, der in der sogenannten „High Frame Rate 3D“ gedreht und veröffentlicht wurde. Das heißt so viel wie statt der bisherigen 24 Bilder pro Sekunde sind es nun 48 Bilder/Sekunde. Dadurch wirkt der ganze Film wesentlich flüssiger und dynamischer – teilweise so sehr, dass man das Gefühl hatte er laufe mit 1,5-facher Geschwindigkeit. Grafisch ist die „unerwartete Reise“ also ein bombastisches Bild- und Farbgewitter, das einen neuen Meilenstein in der Filmgeschichte setzt.

Ich habe das Buch selbst nicht gelesen und kann daher kaum Bezüge zum Originalwerk ziehen. Die Handlung ist in sich schlüssig und schließt viele Nebengeschichten und Erzählungen ein. Vielleicht ist es genau das, was den Spannungsbogen auf einem meiner Meinung nach niedrigem Level hält. „Der Hobbit“ sind viele kleine, viele und vor allem verschiedene Geschehnisse, welche durch kleine Sequenzen der Reise verbunden sind. So ist man schnell mit neuen, kurzen Abenteuern konfrontiert, die vorerst keinen tieferen Zusammenhang bilden. Natürlich ist dies in vielen Filmen der Fall, doch in denen fügt sich am Ende vieles zusammen. Da „Der Hobbit“ nur der erste Teil einer Trilogie und dem Gesamtwerk ist, ist daher, wie in „Die Gefährten“ kein wirkliches Finale oder Auflösung vorhanden – es endet in einem Cliffhanger. Ein vermeintliches Finale bildet der Kampf an einer Klippe, auf der die Gemeinschaft auf Kiefern sitzt und in letzter Sekunde von den Adlern gerettet wird. Da jedoch zuvor ein viel actionreicherer Kampf in der Orkhöhle bestritten wurde, übertrumpft der letzte Kampf diesen in der Spannung und Dramatik nur kaum. Am Ende wurde dem Zuschauer viel erzählt, aber nicht mehr und nicht weniger. Als einzelner Film kann man daher „Der Hobbit“ nur schwer beurteilen und nur bedingt auf die gesamte Trilogie schließen.

Seitdem wir 2001 die Helden der „Herr der Ringe“ in unser Herz geschlossen haben, ist es beruhigend zu sehen, dass uns all die Schauspieler erhalten geblieben sind. Trotz mit anderer Synchronstimme in der deutschen Fassung, spielt Ian McKellen (X-Men, The Da Vinci Code - Sakrileg) wieder den Gandalf, der um einiges kautziger und merkwürdiger ist als gewohnt. Auch Andy Serkis (The Prestige) spielt wieder im Motion-Capture-Anzug das wohl beliebteste Wesen mit Persönlichkeitsstörungen Gollum. Witziger, aber auch gruselig wie gewohnt, kann Serkis dem Zuschauer wieder sein schauspielerisches Talent darbieten. Sogar Elijah Wood (Hooligans, Sin City) und Ian Holm (The Day After Tomorrow, Aviator) kommen als Frodo und der ältere Bilbo in einigen Szenen vor. Aber auch alte Bekannte wie Hugo Weaving (Matrix, Captain America) als Elrond und Cate Blanchett (Hot Fuzz, Wer ist Hannah?) als Galadriel spielen wieder die Elbenfürsten. Saruman wird auch wieder von Christopher Lee (Star Wars: Episode II, Die Purpurnen Flüsse 2) gespielt. Neu sind auf Grund des Altersunterschiedes und der neuen Rolle nur Martin Freeman (Per Anhalter durch die Galaxis, Hot Fuzz) als junger Bilbo und Richard Armitage als Thorin Eichenschild als wichtige Hauptdarsteller dazu gekommen. Auch wenn es wohl schwierig war gegen die bereits bekannten und beliebten Darsteller anzukommen, haben die beiden es sich nicht nehmen lassen alles zu geben und es letztendlich zu schaffen sich als ein Teil der Saga zu etablieren. Beide leisten aus meiner Sicht großartige Arbeit und können ihre Charaktere überzeugend verkörpern. Armitage spielt den sturen Thronfolger der Zwerge mit starker Ausstrahlung und Martin Freeman, der ohnehin schon einige Male sein Können unter Beweis stellen durfte, kann den kleinen Hobbit sympathisch dem Zuschauer näherbringen, was Ian Holm und Elijah Wood in „Der Herr der Ringe“ nicht recht geschafft haben.

„Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ ist vor allem durch seine grafische Präsenz beeindruckend und fasziniert den Zuschauer ohne jeden Zweifel. Da dies nur der erste Teil von dreien ist, kann die Handlung alleine wenig überzeugen und ist isoliert zu schwammig. Mir ist dies vollkommen bewusst und ich gebe daher der erwachseneren Kinderbuch-Verfilmung trotzdem 4 von 5 Punkten.





Schon gewusst…? [Achtung Spoiler!]


- Andy Serkis ist bekannt für Motion-Capture-Charaktere wie Kong in „King Kong“ und Caesar in „Planet der Affen: Prevolution“.

- Auf Grund des hohen Alters Lee’s, der nicht mehr nach Neuseeland reisen möchte, wurden die Szenen mit Saruman in Großbritannien gedreht. (Wikipedia DE)

- Peter Jackson kündigte für den dritten Teil an, dass dieser die Trilogien um „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ verbinden soll. Als größter Bestandteil der Handlung wurde der Inhalt von Tolkiens Anhängen genannt. (Wikipedia DE)


Kommentare:

  1. Sehr schöne Rezension, im Grunde habe ich den Film genauso empfunden wie du. :)

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  2. Also dass man eher das Gefühl hat, unzusammenhängende Episoden zu erleben als eine durchgehende Geschichte ist in der Buchvorlage durchaus ähnlich. Der Unterschied ist, dass das Buch halt wirklich ein Kinderbuch ist und es da deshalb nicht besonders stört, während der Film einen großen Teil der Zeit doch eher ernst und erwachsen rüberkommen will und das beißt sich dann halt ein bisschen.

    Ursprünglich war ja Guillermo del Toro als Regisseur vorgesehen und ich frage mich schon, ob der Film unter seiner Hand etwas märchenhafter und damit vorlagengetreuer geworden wäre...

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